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Artikel Münchner Merkur vom 23.09.2016

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Ich freue mich, dass nun schon mehrere Tageszeitungen über mein Buch berichtet haben und die Resonanz ist wunderbar.

Wer mein Buch „Alles auf Null und noch einmal von Vorne“ noch nicht gelesen hat, kann es gleich hier auf meiner Seite über Amazon bestellen 😉

Herzliche Grüße

Stefanie Will

 

 

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Frage einer SA-Betroffenen zur Geduld…

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Gestern Abend erreichte mich ein Anruf einer Schlaganfall betroffenen Frau, die mich aufgrund des Zeitungsartikels von vergangener Woche gerne sprechen wollte.

Sie fragte mich, ob es in meinem Buch auch um „Geduld“ ginge??

Denn sie hätte keine Geduld mehr und wollte wissen, wie sie es anstellen soll, mit dieser Krankheit und den nur extrem langsam voranschreitenden Verbesserungen ihres körperlichen Zustandes zurecht zu kommen.

Ich wusste genau, was diese Frau empfindet und wie vernichtend das Gefühl ist, sich plötzlich und unerwartet in einer körperlich behinderten Situation wiederzufinden und nur noch die Erinnerung in sich zu tragen, wie es ist, sich frei und ohne fremde Hilfe fortbewegen zu können.

Auch sie ist, wie ich es damals war, linksseitig gelähmt. Ihr Schlaganfall liegt erst drei Monate zurück. Eine kurze Zeit.

Drei Monate nach dem Geschehen sind in vielen Fällen noch keine großen Fortschritte erreichbar, denn jede einzelne Bewegung muss mühsam und geduldig NEU erlernt werden. Dies unter größter Disziplin und geistiger Anstrengung.

Ich wollte der Frau nicht einfach nur sagen, dass es ZEIT bräuchte und sie GEDULD haben muss. Auch wenn es tatsächlich genau darum geht! Doch dies war ja genau der Punkt, der ihr schwer fiel. Ich erinnerte mich an meine Zeit und versuchte ihr meine zu damaligen Zeitpunkt in mir aufkeimende Erkenntnis der Hingabe, die bei mir resultierend aus einer unfassbar traurigen Gemütsverfassung, die fast einem kurzzeitigen Aufgeben gleichkam, näher zu bringen.

Ich wollte keinen KAMPF führen. Kampf bedeutet Widerstand und erzeugt Druck. Genau das konnte ich nicht mehr ertragen. Ich war damit beschäftigt, mich so anzunehmen, wie es sich durch den Schlaganfall verändert hatte. Ich nahm an, was sich mir offenbarte und ich spürte immer mehr, wie sich dadurch der Schmerz kontinuierlich minimierte. Es dauerte, ja es gibt heute noch Tage, an denen es mir schlecht geht und ich muss(te) mich durch diesen Schmerz durcharbeiten und arbeite noch heute daran. Dennoch hatte ich nie den Gedanken, dass ich etwas „weg“ haben wollte, sondern ich verbündete mich mit meinen Gefühlen und meiner Krankheit.

Annehmen heißt auch Loslassen. Die Vorstellung loszulassen, wie ich war und wie ich sein wollte. Mich stattdessen genauso zu akzeptieren und zu lieben, wie ich bin.

Eine Krankheit, ganz gleich welcher Art, ist NICHT nur eine Krankheit. Sie ist uns stets ein guter Lehrmeister in den Dingen, die wir eventuell bis zu diesem Geschehen vernachlässigt oder gänzlich übersehen haben.

Wenn wir uns unsere aus einer Krankheit heraus entstehenden Lebenslage bis in den tiefsten Winkel genau betrachten und uns ehrlich fragen, was JETZT anders ist als vor dem Ereignis, dann kommen wir unserem „entrückten“ Kern wieder näher. Wir kommen den Anteilen von uns, die wir haben „verwahrlosen“ lassen auf die Spur und haben so die Gelegenheit, diese wieder in unser Leben zu integrieren.

Es geht darum, sich den Umständen, auch wenn man sie aktuell noch so sehr verfluchen sollte, mit seiner gesamten Aufmerksamkeit hinzugeben. Mit sich selbst geduldig zu sein und nicht der Vergangenheit hinterherzujagen und zu glauben, dass „vorher“ alles besser war.

Das gedankliche Konstrukt zu durchschauen und die Gedanken nicht auf die Vergangenheit zu richten, sondern sich immer nur auf den jeweiligen Moment zu focussieren. Wie sollte Ungeduld dazu beitragen, dass ein Fortschritt schneller eintritt? Ungeduld wirkt zerstörerisch und erinnert uns beständig daran, dass unsere Umstände nicht so sind, wie wir sie uns wünschen. Annahme und Hingabe dagegen bringen uns ganz von selbst in die Geduld.

Viele Menschen glauben zudem, dass sie sich nicht ändern können und bestärken ihr jeweiliges Merkmal mit den Worten: „So bin ich nun mal“!

Doch auch hier ist es wichtig, nicht an „Altem“ festzuhalten und irrigerweise zu glauben, dass eine Veränderung oder Verbesserung unmöglich sei.

Es ist sehr schwer, Menschen, die diese Haltung einnehmen, zu zeigen, dass Veränderung immer möglich ist.

Einzig und allein die Gedanken halten uns gefangen in der Vergangenheit. Wenn wir uns öffnen und ALLES für möglich halten, wir keinerlei Beschränkung akzeptieren und aufhören, einen Kampf zu führen, sondern geduldig und voller Dankbarkeit uns dem jeweiligen Jetzt-Moment bereit sind, hinzugeben, dann tritt ganz automatisch eine enorme Erleichterung ein und Heilung kann geschehen.

Heilung vollzieht sich für mich zunächst auf geistiger Ebene. Wie der jeweilige Körper dann darauf reagiert, kann nur jeder für sich selbst erfahren und herausfinden.

Ungeduld kostet enorm viel Energie und diese Kraft benötigt ein erkrankter Mensch auf anderer Ebene und sich dessen bewusst zu werden, ist ein großer und lohnenswerter Schritt, sich selbst die Gelegenheit zu geben, das eigene Schicksal zu verwandeln und zu verändern.

Diese Frau hörte mir aufmerksam zu…..ob sie mir folgen konnte, war ihrer zunächst stillen Reaktion nicht zu entnehmen. Selbstverständlich ging ich dabei sehr auf sie und ihre Situation ein.

Es darf auch nicht dabei übersehen werden, dass es „meine“ Art war, mit diesem Lebensereignis auf diese Weise umgehen zu lernen. Was für mich genau das Richtige war, muss nicht automatisch für andere Menschen richtig sein.

Es ist eine Option von Vielen! Der herzlichen Verabschiedung und einer spürbaren Erleichterung, die ich ihrer Stimme entnehmen konnte, stimmte mich zuversichtlich, dass sie Hoffnung schöpfte und neue Impulse erhalten hatte.

-Stefanie Will-

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Veröffentlichung meines Buches „Seelen-Lichtblicke“

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Ich freue mich, Ihnen mitteilen zu können, dass ein neues Buch von mir
 am 28.06.2016 veröffentlicht wurde und nun erhältlich ist.
„Seelen-Lichtblicke“ 

Dieses Buch entstand aufgrund vieler Zuschriften von Lesern meines Blog „Lichterwunder“ sowie privaten „Freunden“, die mich stets darauf angesprochen haben, wie schön es wäre, wenn es von meinen Beiträgen und Texten ein Buch gäbe.

Sie alle wünschten sich ein Buch, welches sie jederzeit zur Hand nehmen können, um sich durch meine Kurztexte im Alltag immer mal wieder nach Bedarf inspirieren zu lassen.

Ich habe mir diesen Wunsch zu Herzen genommen und Sie finden in „Seelen-Lichtblicke“ kurze Texte zu 83 unterschiedlichen Lebensthemen.

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Freue mich, wenn auch Sie es lesen werden :-).

Von Herzen Stefanie Will

 

 

Veröffentlicht in Allgemein, Buch

Zweite Auflage

Mein Buch „Alles auf Null und noch einmal von Vorne“ ist am 07.06.2016 als 2. Auflage erschienen und ich möchte mich über die insgesamt so zahlreiche und positive Resonanz bedanken .

Es ist wundervoll dazu beitragen zu dürfen, dass Menschen durch das Lesen meiner Zeilen ihr eigenes Leben aus einer anderen Perspektive heraus betrachten können und dadurch nicht nur Hoffnung schöpfen, sondern es als Ermutigung sehen, sich selbst in ihrer Großartigkeit zu erkennen.

Ich schreibe zur Zeit an einem neuen Buch, welches schon bald fertiggestellt sein wird 🙂.

Herzlichst

Stefanie Will

Veröffentlicht in Allgemein, Rezensionen

Rezensionen

Ich freue mich, Ihnen die ersten Rezensionen zu meinem Buch bereitstellen zu können und möchte mich ganz herzlich für Ihr Feedback bedanken.

https://stefaniewill.com/rezensionen-zum-buch/

Gleichzeitig möchte ich dazu ermutigen, auch bei den jeweiligen Buchshops kurze Bewertungen abzugeben.

Das E-Book ist nur noch kurze Zeit zum Aktionspreis von 9,99 Euro erhältlich. Sofern Sie sich zum Kauf meines Buches entscheiden, nutzen Sie diese Gelegenheit.

Ihre

Stefanie Will

 

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Jede Krankheit birgt ein Geschenk

Green DoorDiese Überschrift wird eventuell nicht für alle Leser sogleich nachvollziehbar und verständlich sein. Wie sollte sich in einer schmerzhaften und vielleicht sogar als vernichtend oder lebensbedrohlich empfundenen Lebenssituation etwas Positives verbergen, könnte die aufkommende Frage lauten.

Wir alle haben schon auf unterschiedliche Weise von Menschen gehört, die schwer erkrankten und entgegen aller medizinischer Prognosen geheilt wurden.

In den allermeisten Fällen geht der körperlichen Heilung ein tiefgreifender Gesinnungswandel voraus, der manchmal spontan oder auch im Laufe der sich daran anschließenden Zeit dosiert vonstatten geht.

Keine Krankheit kommt aus heiterem Himmel. Wenn wir ganz ehrlich mit uns selbst umgehen, wird jeder, ausnahmslos jeder Betroffene beim genauen Hinschauen bestätigen können, dass seiner eigenen Krankheit zum Beispiel häufig ein achtloses, liebloses und selbstschädigendes Verhalten oder ein schwerwiegender Konflikt vorausging.

Im akuten Geschehen, in dem Moment wo es einen trifft, wo unser Leben bedroht zu sein scheint, ist diese Erkenntnis oft noch nicht möglich. Wenn wir uns aber nicht als Opfer einer willkürlich geschehenen Lebenslage betrachten, sondern diese Erfahrung annehmen, so wie sie sich zeigt, kann Heilung erfolgen.

Ich möchte Sie nun auszugsweise an meiner persönlichen Geschichte teilhaben lassen, die mich und meine gesamte Einstellung zu Allem in meinem Leben tiefgehend verändert hat und mich weitgehend gesunden ließ. Es ist mein großer Wunsch, mit diesen Zeilen den Mut in jedem Leser zu wecken, sich nicht hinter einer Erkrankung zu verstecken, sondern diese offen und ehrlich zu betrachten, um als Resultat die Möglichkeit zu haben, gestärkt daraus hervorzugehen. Das Geschenk hinter der Erfahrung liebevoll zu betrachten, anzunehmen und dadurch eine Veränderung der bis dahin geführten Lebensweise vollziehen zu können.

Mit einem Schlag

An einem Samstagmorgen im Januar 2013 erlitt ich einen Schlaganfall (Thalamusinfarkt).Blitz und Donner Diesem plötzlichen Ereignis gingen keinerlei Vorboten voraus. Risikoerkrankungen gab es ebenso keine. Es traf mich zu diesem Zeitpunkt vollkommen unerwartet und dieses Geschehnis würde ich heute als Grenzerfahrung in unterschiedliche Richtungen bezeichnen. Von einer Sekunde zur nächsten wurde ich aus meinem Leben herausgerissen. Ich wurde mit Umständen konfrontiert, die mein bisheriges Verständnis von Leben und Tod vollkommen auf den Kopf stellten.

Der Schlaganfall hatte gravierende Auswirkungen auf meine gesamte linke Körperhälfte. Ich war linksseitig gelähmt, spürte diese Seite nicht mehr und fühlte mich wörtlich, wie ein halber Mensch. Ich spürte keine Körpermitte mehr, keinerlei Empfinden für die linke Hälfte. Es gab sie, ich konnte sie sehen, aber als mir zugehörig empfand ich sie nicht. Es schien keine Grenze zwischen mir und dem zu geben, was sich um mich herum befand. Diese Körperhälfte war fließend im Übergang zur Außenwelt. Es war mir unmöglich zu sagen, wo mein Körper anfing und wo er aufhörte, was zu mir gehörte und was nicht.

Würde ich überleben? Gab es noch eine Zukunft? Meine Gedanken waren voller Schmerz und Traurigkeit bei meiner Tochter. Würde ich sie wiedersehen? Wäre es mir möglich, irgendwann wieder gehen zu können?  Konnte ich irgendwann wieder ein selbständiges Leben führen oder wäre ich an einen Rollstuhl gebunden? Wie würde mein Leben als behinderte Frau weiter gehen? Wovon sollte ich unseren Lebensunterhalt bestreiten? Was hatte ich bisher aus meinem Leben gemacht? Worin lag der Sinn des Lebens? Wie würden die Reaktionen von Freunden, Bekannten und geliebter Menschen sein? Diese und unzählige Fragen mehr, zogen an mir vorüber, ohne eine Antwort darauf zu haben.

Nahtoderfahrung

Auf dem Weg ins Krankenhaus verschlechterte sich mein Zustand akut und eine in diesem Zusammenhang erlebte Nahtoderfahrung veränderte alles, woran ich bis dahin geglaubt hatte. Dieses Erleben versetzte mich schlagartig in einen vollkommen neuen Bewusstseinszustand, was ich allerdings erst zu einem viel späteren Zeitpunkt verstehen und in meinen Alltag integrieren konnte.

Das Verstehen der Dinge, die für unsere Augen nicht sichtbar sind und eine unbeschreibliche Liebe sowie eine nie erlebte Stille und ein Gefühl des allumfassenden Friedens durchströmte während dieser Erfahrung mein ganzes Sein. Ich fühlte mich absolut sicher und aufgehoben. Getragen von einem allumfassenden Gefühl der Liebe, die an Intensität mit unseren Worten nicht beschrieben werden kann. Es gab keinerlei Ängste mehr, die zuvor noch als bedrohlich empfundene Kälte in meinem gesamten Körper wich einer wohligen Wärme, die mich zärtlich einhüllte und mir vollkommene Sicherheit bescherte. Mein Kopf war leer, es gab keinen einzigen Gedanken, keine Fragen, keine Not, Nichts….. Leere und doch erfüllt mit Allem, was ich in diesem Moment brauchte.3720837763_214e8b07de_o-web_164520_by-jared_tarbell_piqs_de

Alles was ich erlebte, schien gleichzeitig stattzufinden. Zeit und Raum lösten sich auf und es ging nur noch ums Fühlen, Spüren, Empfinden und ums pure, reine SEIN. Keine Schwere, kein Körper, keine Ängste, keine Sorgen und nichts mehr, was mich irgendwie gefangen hielt. Eine glückselige Ausweitung ins Grenzenlose.

Die dabei empfundene Leichtigkeit und die Helligkeit um mich herum waren göttlicher Natur. Es war ein Schweben, schwerelos und ohne irgendeinen Widerstand. Der leere und dennoch mit ALLEM gefüllte Raum in einer Klarheit und Farbintensität, die nicht beschrieben werden kann.

Was ich auch wahrnehmen konnte, war an Liebe, Helligkeit, Wärme, Intensität, Frieden und Stille niemals zuvor in meinem Leben auch nur annähernd in diesem Ausmaß von mir erlebt oder gefühlt worden. Wir ALLE sind niemals allein, was auch geschehen mag! In der schwersten Stunde werden wir getragen und es gibt tatsächlich keinen Grund, Angst zu haben. Was uns erwartet ist an Schönheit und Fülle unübertrefflich. Dies nur als kleinen Ausschnitt, denn alles Erlebte und von mir Empfundene würde ein ganzes Buch füllen.

Meine Rückkehr

Als ich aus diesem Erleben zurück kam, mich wieder liegend im Krankenwagen befand, glich das einem Schock. Es schmerzte. Das künstliche Licht tat weh in meinen Augen. Die Geräusche der medizinischen Geräte, die Stimmen der Menschen, die Sirene….alles schien unerträglich laut, schrill, unnatürlich und künstlich. Wollte ich hier wirklich weiter machen? Wollte ich nun zwischen den Welten leben? Konnte ich das nun vorhandene Wissen um ein derart intensives, pures, grenzenloses Sein überhaupt in mein Leben, in meinen Körper und meinen Geist integrieren?

Bei allem Schrecken der mich umgebenden Gesamtsituation, dem Gefühl meiner gelähmten linken Körperseite, den unerträglichen Schmerzen in meinem Kopf, dem völligen Ausgeliefertsein, erfasste ich dennoch meine gesamte Stärke. Es ging genau um die Erkenntnis, dass wir ALLE dieser unfassbaren göttlichen Kraft entspringen. Ich wusste ab diesem Moment mit aller Gewissheit, dass ich nicht mein Körper bin. Wir aber durch unsere Körper die Gelegenheit hier auf unserem Planeten bekommen, unterschiedlichste Erfahrungen zu machen.

Erst in dieser Tiefe konnte ich das Geschenk  meiner Krankheit begreifen, die mir mein Körper ermöglicht hatte. Doch es war nicht nur dieses Geschenk, es verbarg sich noch viel mehr Positives hinter diesen Umständen.

Wandlung und Integration

Plötzlich und vollkommen unvorbereitet war ich mit einer Vielzahl von Gegebenheiten konfrontiert worden, die mich vollständig auf mich selbst zurück warfen. Um das Wissen grenzenlosen Lebens bereichert, war es dennoch meine aktuell vordergründige Aufgabe, gesund zu werden.

Ich sah mich der riesengroßen Herausforderung gegenüber, meinen Körper wieder zum „Funktionieren“ zu bringen. Ich stand vor der größten Aufgabe meines bisherigen Lebens und hatte überhaupt keine Ahnung, wie mir das gelingen sollte.

Trotz meiner inneren zeitweiligen Glückseligkeit, worüber ich zu diesem Zeitpunkt mit niemandem sprach, fühlte ich sehr genau, dass ich mich zwischen den Dimensionen bewegte und hier auf unserer Erde als Mensch zurecht kommen musste.

Nach und nach wurde mir erst klar, dass es erst zur völligen Heilung kommen kann, wenn wir die Umstände, den Schmerz darüber, die Verzweiflung, die Hoffnungslosigkeit völlig akzeptieren.

Wenn wir uns diesem scheinbaren Abgrund hingeben. Hingabe an das, was ist! Wir keinen Kampf, keinen Widerstand mehr erzeugen, sonder einfach nur geschehen lassen…. Die Situation nicht bewerten und uns nicht als Opfer von unglücklichen, tragischen oder ungerechten Umständen sehen.

Das eigene innere Einverständnis zu geben, dem Leben vollkommen zu vertrauen und sich demütig der aktuellen Lage auszuliefern, bringt unwillkürlich unsagbare Erleichterung. Wir lassen in diesem Moment unsere Vorstellung davon los, wie etwas zu sein hat. Wir nehmen den aktuellen Jetzt-Moment bedingungslos an. Wir erfüllen ihn mit allem, was uns zur Verfügung steht. Sich seinem gesamten SEIN hinzugeben….ist eine der wundervollsten Erfahrungen, die eine Seele machen kann. Zumindest habe ich es so empfunden, als ich durch meinen Schlaganfall bedingt, mein inneres Einverständnis zu dieser Lage und den daraus folgenden Erfahrungen gegeben habe.

Ich habe mich der Tatsache dessen, was ich wohl lange Jahre zuvor durch mein Verhalten, u.a. durch meine ständige Überforderung, meinen Perfektionismus und meiner mangelnden Selbstliebe in dieses Resultat habe münden lassen, innerlich völlig einverstanden erklärt. Der daraus resultierende emotionale Schmerz wurde von mir in seiner gesamten Größe angenommen, was nicht leicht war.

Diese bedingungslose Annahme und mein Einverständnis kostete mich  immense Kraft und großen Mut. Denn in dem Augenblick, wo es uns möglich wird, Dinge derart zu betrachten, akzeptieren wir die selbst erschaffene Wirklichkeit. Jede Krankheit hat ihren Ursprung in UNS, in unserem Verhalten, in unserem Handeln und in unserem Körper. Es gibt keinen Schuldigen, wir selbst übernehmen in dem Moment die Verantwortung für unser Schicksal. Die Krankheit zeigt uns das, was wir zuvor einfach nicht wahrnehmen wollten. Sie führt uns schonungslos vor Augen, in welchen Bereichen dringender Richtungswechsel notwendig wird.

Bei dieser Form der Betrachtungsweise werden wir mit erfüllender Erleichterung belohnt.

Es ist ein Geschenk, hinter den scheinbaren Widrigkeiten das eigene Potenzial zu erkennen und in der vollkommenen Hingabe an das, was ist, die eigene Schöpferkraft bewusst freisetzen zu dürfen. Sich des eigenen Wertes, der eigenen Macht, der bis dahin verborgenen Kreativität gegenüber zu öffnen.

Mit jeder Krankheit schreit die Seele nach Erlösung und dies gilt es zu erkennen.

Hingabe

Jedem Menschen in einer schwierigen, schmerzhaften bis unerträglichen Lage möchte ich ans Herz legen, Hingabe als erste Möglichkeit zumindest in Betracht zu ziehen. Das bedeutet nicht, aufzugeben. Ganz im Gegenteil, Sie erklären sich einverstanden und aus der neu gewonnenen, tiefen, inneren Stille heraus ist erst ein weiteres Handeln und neues Erleben möglich.

Als ich dachte, es nicht mehr aushalten und noch nicht einmal mehr weglaufen zu können, erschien es mir als einzige Option. Es geschah wie von selbst. Ich entschied es nicht, sondern es geschah in mir. Ich erfuhr es, an meinem Körper, Geist und meiner Seele gleichzeitig. Es entstand eine Weite, eine Öffnung des Raumes, die meiner Nahtoderfahrung sehr ähnlich kam.

Wir alle sind nicht unser Körper, wir dürfen uns durch ihn erfahren.

American FallsEs ist schwierig gewisse Erfahrungen mit Worten zu erfassen. Auf einer intellektuellen Ebene kann man vieles nicht begreifen.

Ich ließ alles los, ganz automatisch, denn was sollte ich noch festhalten? Nach meinem damaligen Verständnis, steckte ich in einer aussichtslosen Lage. Mein Widerstand gegen diese Krankheit und mein Schmerz lösten sich auf. Ich verstand, dass ich, oder das, was ICH BIN, unversehrt existierte und immer existieren würde! Ganz egal, wie sich mir die äußeren Umstände zeigten. Ich fühlte mich getragen und identifizierte mich fortan nicht mehr mit meiner Geschichte, meinem Leben, meinem Körper…. sondern mit dem, was ICH ganz tief in mir BIN.

Ich erkannte mich nach vielen Jahren oder Jahrzehnten der Suche endlich SELBST. Ich begegnete mir selbst in einer schonungslosen Nacktheit. Ein unbeschreibliches Gefühl von grenzenloser Liebe machte sich in mir und für mich breit und über mich hinaus ins grenzenlose Sein. Eine Liebe, die mir augenblicklich und seither jederzeit zur Verfügung steht und ich endlich verstehe und fühlen durfte, dass diese (Selbst-)LIEBE tief in uns entspringt und nicht von außen erfüllt werden kann. Diese bedingungslose Liebe in jedem Herzen wohnt und nur darauf wartet, sich zeigen zu dürfen und entdeckt zu werden.

Es ist mir ein großes Anliegen, dass jeder von der Existenz dessen weiß, was geschehen kann, wenn man aufhört, alles unter Kontrolle haben zu wollen. Das etwas derart Großartiges hinter dem Sichtbaren existiert, was wir für die Realität halten.

Heute, drei Jahre später kann ich wieder gehen und bin glücklich über diese tiefgreifende Erfahrung, die mich hat wachsen lassen, wie es mir wohl nur auf diese Art ermöglicht werden konnte. Ich fühle tiefe Dankbarkeit, dass ich den Zugang zu der Weisheit meines Herzens und der bedingungslosen Liebe und Selbstliebe finden durfte.

Alle daraus resultierenden Veränderungen gleichen einer Neugeburt.

Es wäre wunderbar, wenn immer mehr Menschen eine eventuell aufgetretene Krankheit ganzheitlich betrachten, um sich selbst die reelle Chance zu geben, wirklich gesund werden zu können.

In meinem Buch „Alles auf Null und noch einmal von Vorne“ können Sie mehr erfahren….

Von Herzen

Stefanie Will

 

Copyright © Text 2014, 2016 stefanie will

Bildnachweise:

oben: CBS, „Green Door“,

mittig 1:Ichtus, „Blitz und Donner“,

mittig 2: Jared Tarbell, „“,

unten:Diego Torres Silvestre, „American Falls“,

CC-Lizenz (BY 2.0), http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/de/deed.de,

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