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Leseprobe -Nahtoderfahrung-

Leseprobe „Alles auf Null und noch einmal von Vorne“ -Nahtoderfahrung-

Es ging mir zunehmend schlechter und tief in mir hatte ich es als Abschied vernommen. Innerlich war ich bereit dazu, wollte nur noch alles loslassen. Konnte an nichts mehr denken, nur noch Leere und Stille in meinem Kopf. Ich spürte ein inneres Einverständnis, meinen Körper zu verlassen.

Was nun folgte, möchte und kann ich an dieser Stelle nicht in Worte kleiden. Ich fühle mich noch immer außerstande diesen Zustand exakt zu beschreiben. Es war unbeschreiblich schön und hat mich und mein Leben, mein Bewusstsein, mein Verständnis von Sinnhaftigkeit komplett verändert. Es übertrifft alle unsere Vorstellungen von Ruhe, Frieden, Liebe, Helligkeit und Glückseligkeit.

Enorme Hektik breitete sich abermals im Krankenwagen aus und ich hörte wie in einem Vakuum noch die Stimme der Ärztin, die laut zum Fahrer schrie:

Schneller, schneller, wir verlieren sie!“

Ich vernahm ebenso noch die Stimme des Fahrers, der sich auf Anordnung der Notärztin mit der Klinik in Verbindung setzte, um den sogenannten Schockraum zu ordern.

Dann gab es nur noch diese wundervollen Farben, die unglaubliche Helligkeit, die wärmend und schützend zugleich auf mich wirkten. Ich wurde von einer unsagbaren Liebe eingehüllt und bin auch heute noch beeindruckt und erfüllt von diesen Gefühlen. Meine erlebte Nahtoderfahrung veränderte alles, woran ich bis dahin geglaubt hatte. Dieses Erleben versetzte mich unvorbereitet in einen vollkommen neuen Bewusstseinszustand, was ich allerdings erst zu einem viel späteren Zeitpunkt verstehen und in meinen Alltag integrieren konnte.

Das Verstehen der Dinge, die für unsere Augen nicht sichtbar sind und eine unbeschreibliche Liebe sowie eine nie erlebte Stille und ein Gefühl des allumfassenden Friedens durchströmte während dieser Erfahrung mein ganzes Sein. Ich fühlte mich absolut sicher und aufgehoben. Getragen von einem immensen Gefühl der Liebe, das an Intensität mit unseren Worten nicht erfasst werden kann. Es gab keinerlei Ängste mehr, die zuvor noch als bedrohlich empfundene Kälte in meinem gesamten Körper wich einer wohligen Wärme, die mich zärtlich einhüllte und mir vollkommene Sicherheit bescherte. Mein Kopf war leer, es gab keinen einzigen Gedanken, keine Fragen, keine Not, keine Angst, nichts, einfach nichts und alles zugleich. Leere und doch erfüllt mit Allem, was ich in diesem Moment so dringend brauchte. Alles was ich erlebte, schien zeitgleich stattzufinden. Zeit und Raum lösten sich auf und es ging nur noch ums Fühlen, Spüren, Empfinden und ums pure, reine SEIN. Keine Schwere, kein Körper, keine Ängste, keine Sorgen und nichts mehr, was mich irgendwie gefangen hielt. Eine glückselige Ausweitung ins Grenzenlose.

Die dabei empfundene Leichtigkeit und die Helligkeit um mich herum waren göttlicher Natur. Es war ein Schweben, schwerelos und ohne irgendeinen Widerstand. Der leere und dennoch mit ALLEM gefüllte Raum in einer Klarheit und Farbintensität, die ebenso nicht beschrieben werden kann.

Was ich auch wahrnehmen konnte, war an Liebe, Helligkeit, Wärme, Intensität, Frieden und Stille niemals zuvor in meinem Leben auch nur annähernd in diesem Ausmaß von mir erlebt oder gefühlt worden.

Wir ALLE sind niemals allein, was auch geschehen mag! In der schwersten Stunde werden wir getragen und es gibt tatsächlich keinen Grund, Angst vor dem Tod und dem Sterbeprozess zu haben.

Was uns dort erwartet ist an Schönheit und Fülle unübertrefflich. Dies nur als kleinen Ausschnitt, denn alles Erlebte und von mir Empfundene ist ein ganzes Buch wert, welchem ich mich zu einem in der Zukunft liegenden Zeitpunkt gerne widmen möchte.

Als ich aus diesem Erleben zurück kam, mich wieder liegend im Krankenwagen befand, glich das zunächst einem Schock. Es schmerzte. Das künstliche Licht tat weh in meinen Augen. Die Geräusche der medizinischen Geräte, die Stimmen der Menschen, die Sirene, alles schien unerträglich laut, schrill, unnatürlich und künstlich. Wollte ich hier wirklich weiter machen? Wollte ich nun zwischen diesen beiden mir nun bekannten Welten leben? Konnte ich das nun vorhandene Wissen um ein derart intensives, pures, grenzenloses Sein überhaupt in mein Leben, in meinen Körper und meinen Geist integrieren? Bei allem Schrecken der mich umgebenden Gesamtsituation, dem Gefühl meiner gelähmten linken Körperseite, den unerträglichen Schmerzen in meinem Kopf, dem völligen Ausgeliefertsein, erfasste ich dennoch intuitiv meine gesamte Stärke. Es ging genau um diese Erkenntnis, dass wir ALLE dieser unfassbaren göttlichen Kraft entspringen.

Ich wusste ab diesem Moment mit aller Gewissheit, dass ich nicht mein Körper bin. Wir alle aber durch unsere Körper die Gelegenheit hier auf unserem Planeten bekommen, unterschiedlichste Erfahrungen zu machen.

(c) Copyright Teilauszug aus dem Buch „Alles auf Null und noch einmal von Vorne“, Stefanie Will

Wer nicht nur mehr über meinen außergewöhnlichen Entwicklungs- und Heilungsweg erfahren möchte, sondern gleichzeitig einen „neuen“ Blick auf sogenannte Schicksalsschläge und Krankheiten erlangen möchte,  zudem erfahren wird, welch großen Chancen darin verborgen liegen, dem stellt mein Buch „Alles auf Null und noch einmal von Vorne“, ISBN:978-3740711429 diesbezüglich sämtliche Informationen, Tipps und Hinweise zur Verfügung.

Von ganzem Herzen

Stefanie Will

 

 

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Jede Krankheit birgt ein Geschenk

Green DoorDiese Überschrift wird eventuell nicht für alle Leser sogleich nachvollziehbar und verständlich sein. Wie sollte sich in einer schmerzhaften und vielleicht sogar als vernichtend oder lebensbedrohlich empfundenen Lebenssituation etwas Positives verbergen, könnte die aufkommende Frage lauten.

Wir alle haben schon auf unterschiedliche Weise von Menschen gehört, die schwer erkrankten und entgegen aller medizinischer Prognosen geheilt wurden.

In den allermeisten Fällen geht der körperlichen Heilung ein tiefgreifender Gesinnungswandel voraus, der manchmal spontan oder auch im Laufe der sich daran anschließenden Zeit dosiert vonstatten geht.

Keine Krankheit kommt aus heiterem Himmel. Wenn wir ganz ehrlich mit uns selbst umgehen, wird jeder, ausnahmslos jeder Betroffene beim genauen Hinschauen bestätigen können, dass seiner eigenen Krankheit zum Beispiel häufig ein achtloses, liebloses und selbstschädigendes Verhalten oder ein schwerwiegender Konflikt vorausging.

Im akuten Geschehen, in dem Moment wo es einen trifft, wo unser Leben bedroht zu sein scheint, ist diese Erkenntnis oft noch nicht möglich. Wenn wir uns aber nicht als Opfer einer willkürlich geschehenen Lebenslage betrachten, sondern diese Erfahrung annehmen, so wie sie sich zeigt, kann Heilung erfolgen.

Ich möchte Sie nun auszugsweise an meiner persönlichen Geschichte teilhaben lassen, die mich und meine gesamte Einstellung zu Allem in meinem Leben tiefgehend verändert hat und mich weitgehend gesunden ließ. Es ist mein großer Wunsch, mit diesen Zeilen den Mut in jedem Leser zu wecken, sich nicht hinter einer Erkrankung zu verstecken, sondern diese offen und ehrlich zu betrachten, um als Resultat die Möglichkeit zu haben, gestärkt daraus hervorzugehen. Das Geschenk hinter der Erfahrung liebevoll zu betrachten, anzunehmen und dadurch eine Veränderung der bis dahin geführten Lebensweise vollziehen zu können.

Mit einem Schlag

An einem Samstagmorgen im Januar 2013 erlitt ich einen Schlaganfall (Thalamusinfarkt).Blitz und Donner Diesem plötzlichen Ereignis gingen keinerlei Vorboten voraus. Risikoerkrankungen gab es ebenso keine. Es traf mich zu diesem Zeitpunkt vollkommen unerwartet und dieses Geschehnis würde ich heute als Grenzerfahrung in unterschiedliche Richtungen bezeichnen. Von einer Sekunde zur nächsten wurde ich aus meinem Leben herausgerissen. Ich wurde mit Umständen konfrontiert, die mein bisheriges Verständnis von Leben und Tod vollkommen auf den Kopf stellten.

Der Schlaganfall hatte gravierende Auswirkungen auf meine gesamte linke Körperhälfte. Ich war linksseitig gelähmt, spürte diese Seite nicht mehr und fühlte mich wörtlich, wie ein halber Mensch. Ich spürte keine Körpermitte mehr, keinerlei Empfinden für die linke Hälfte. Es gab sie, ich konnte sie sehen, aber als mir zugehörig empfand ich sie nicht. Es schien keine Grenze zwischen mir und dem zu geben, was sich um mich herum befand. Diese Körperhälfte war fließend im Übergang zur Außenwelt. Es war mir unmöglich zu sagen, wo mein Körper anfing und wo er aufhörte, was zu mir gehörte und was nicht.

Würde ich überleben? Gab es noch eine Zukunft? Meine Gedanken waren voller Schmerz und Traurigkeit bei meiner Tochter. Würde ich sie wiedersehen? Wäre es mir möglich, irgendwann wieder gehen zu können?  Konnte ich irgendwann wieder ein selbständiges Leben führen oder wäre ich an einen Rollstuhl gebunden? Wie würde mein Leben als behinderte Frau weiter gehen? Wovon sollte ich unseren Lebensunterhalt bestreiten? Was hatte ich bisher aus meinem Leben gemacht? Worin lag der Sinn des Lebens? Wie würden die Reaktionen von Freunden, Bekannten und geliebter Menschen sein? Diese und unzählige Fragen mehr, zogen an mir vorüber, ohne eine Antwort darauf zu haben.

Nahtoderfahrung

Auf dem Weg ins Krankenhaus verschlechterte sich mein Zustand akut und eine in diesem Zusammenhang erlebte Nahtoderfahrung veränderte alles, woran ich bis dahin geglaubt hatte. Dieses Erleben versetzte mich schlagartig in einen vollkommen neuen Bewusstseinszustand, was ich allerdings erst zu einem viel späteren Zeitpunkt verstehen und in meinen Alltag integrieren konnte.

Das Verstehen der Dinge, die für unsere Augen nicht sichtbar sind und eine unbeschreibliche Liebe sowie eine nie erlebte Stille und ein Gefühl des allumfassenden Friedens durchströmte während dieser Erfahrung mein ganzes Sein. Ich fühlte mich absolut sicher und aufgehoben. Getragen von einem allumfassenden Gefühl der Liebe, die an Intensität mit unseren Worten nicht beschrieben werden kann. Es gab keinerlei Ängste mehr, die zuvor noch als bedrohlich empfundene Kälte in meinem gesamten Körper wich einer wohligen Wärme, die mich zärtlich einhüllte und mir vollkommene Sicherheit bescherte. Mein Kopf war leer, es gab keinen einzigen Gedanken, keine Fragen, keine Not, Nichts….. Leere und doch erfüllt mit Allem, was ich in diesem Moment brauchte.3720837763_214e8b07de_o-web_164520_by-jared_tarbell_piqs_de

Alles was ich erlebte, schien gleichzeitig stattzufinden. Zeit und Raum lösten sich auf und es ging nur noch ums Fühlen, Spüren, Empfinden und ums pure, reine SEIN. Keine Schwere, kein Körper, keine Ängste, keine Sorgen und nichts mehr, was mich irgendwie gefangen hielt. Eine glückselige Ausweitung ins Grenzenlose.

Die dabei empfundene Leichtigkeit und die Helligkeit um mich herum waren göttlicher Natur. Es war ein Schweben, schwerelos und ohne irgendeinen Widerstand. Der leere und dennoch mit ALLEM gefüllte Raum in einer Klarheit und Farbintensität, die nicht beschrieben werden kann.

Was ich auch wahrnehmen konnte, war an Liebe, Helligkeit, Wärme, Intensität, Frieden und Stille niemals zuvor in meinem Leben auch nur annähernd in diesem Ausmaß von mir erlebt oder gefühlt worden. Wir ALLE sind niemals allein, was auch geschehen mag! In der schwersten Stunde werden wir getragen und es gibt tatsächlich keinen Grund, Angst zu haben. Was uns erwartet ist an Schönheit und Fülle unübertrefflich. Dies nur als kleinen Ausschnitt, denn alles Erlebte und von mir Empfundene würde ein ganzes Buch füllen.

Meine Rückkehr

Als ich aus diesem Erleben zurück kam, mich wieder liegend im Krankenwagen befand, glich das einem Schock. Es schmerzte. Das künstliche Licht tat weh in meinen Augen. Die Geräusche der medizinischen Geräte, die Stimmen der Menschen, die Sirene….alles schien unerträglich laut, schrill, unnatürlich und künstlich. Wollte ich hier wirklich weiter machen? Wollte ich nun zwischen den Welten leben? Konnte ich das nun vorhandene Wissen um ein derart intensives, pures, grenzenloses Sein überhaupt in mein Leben, in meinen Körper und meinen Geist integrieren?

Bei allem Schrecken der mich umgebenden Gesamtsituation, dem Gefühl meiner gelähmten linken Körperseite, den unerträglichen Schmerzen in meinem Kopf, dem völligen Ausgeliefertsein, erfasste ich dennoch meine gesamte Stärke. Es ging genau um die Erkenntnis, dass wir ALLE dieser unfassbaren göttlichen Kraft entspringen. Ich wusste ab diesem Moment mit aller Gewissheit, dass ich nicht mein Körper bin. Wir aber durch unsere Körper die Gelegenheit hier auf unserem Planeten bekommen, unterschiedlichste Erfahrungen zu machen.

Erst in dieser Tiefe konnte ich das Geschenk  meiner Krankheit begreifen, die mir mein Körper ermöglicht hatte. Doch es war nicht nur dieses Geschenk, es verbarg sich noch viel mehr Positives hinter diesen Umständen.

Wandlung und Integration

Plötzlich und vollkommen unvorbereitet war ich mit einer Vielzahl von Gegebenheiten konfrontiert worden, die mich vollständig auf mich selbst zurück warfen. Um das Wissen grenzenlosen Lebens bereichert, war es dennoch meine aktuell vordergründige Aufgabe, gesund zu werden.

Ich sah mich der riesengroßen Herausforderung gegenüber, meinen Körper wieder zum „Funktionieren“ zu bringen. Ich stand vor der größten Aufgabe meines bisherigen Lebens und hatte überhaupt keine Ahnung, wie mir das gelingen sollte.

Trotz meiner inneren zeitweiligen Glückseligkeit, worüber ich zu diesem Zeitpunkt mit niemandem sprach, fühlte ich sehr genau, dass ich mich zwischen den Dimensionen bewegte und hier auf unserer Erde als Mensch zurecht kommen musste.

Nach und nach wurde mir erst klar, dass es erst zur völligen Heilung kommen kann, wenn wir die Umstände, den Schmerz darüber, die Verzweiflung, die Hoffnungslosigkeit völlig akzeptieren.

Wenn wir uns diesem scheinbaren Abgrund hingeben. Hingabe an das, was ist! Wir keinen Kampf, keinen Widerstand mehr erzeugen, sonder einfach nur geschehen lassen…. Die Situation nicht bewerten und uns nicht als Opfer von unglücklichen, tragischen oder ungerechten Umständen sehen.

Das eigene innere Einverständnis zu geben, dem Leben vollkommen zu vertrauen und sich demütig der aktuellen Lage auszuliefern, bringt unwillkürlich unsagbare Erleichterung. Wir lassen in diesem Moment unsere Vorstellung davon los, wie etwas zu sein hat. Wir nehmen den aktuellen Jetzt-Moment bedingungslos an. Wir erfüllen ihn mit allem, was uns zur Verfügung steht. Sich seinem gesamten SEIN hinzugeben….ist eine der wundervollsten Erfahrungen, die eine Seele machen kann. Zumindest habe ich es so empfunden, als ich durch meinen Schlaganfall bedingt, mein inneres Einverständnis zu dieser Lage und den daraus folgenden Erfahrungen gegeben habe.

Ich habe mich der Tatsache dessen, was ich wohl lange Jahre zuvor durch mein Verhalten, u.a. durch meine ständige Überforderung, meinen Perfektionismus und meiner mangelnden Selbstliebe in dieses Resultat habe münden lassen, innerlich völlig einverstanden erklärt. Der daraus resultierende emotionale Schmerz wurde von mir in seiner gesamten Größe angenommen, was nicht leicht war.

Diese bedingungslose Annahme und mein Einverständnis kostete mich  immense Kraft und großen Mut. Denn in dem Augenblick, wo es uns möglich wird, Dinge derart zu betrachten, akzeptieren wir die selbst erschaffene Wirklichkeit. Jede Krankheit hat ihren Ursprung in UNS, in unserem Verhalten, in unserem Handeln und in unserem Körper. Es gibt keinen Schuldigen, wir selbst übernehmen in dem Moment die Verantwortung für unser Schicksal. Die Krankheit zeigt uns das, was wir zuvor einfach nicht wahrnehmen wollten. Sie führt uns schonungslos vor Augen, in welchen Bereichen dringender Richtungswechsel notwendig wird.

Bei dieser Form der Betrachtungsweise werden wir mit erfüllender Erleichterung belohnt.

Es ist ein Geschenk, hinter den scheinbaren Widrigkeiten das eigene Potenzial zu erkennen und in der vollkommenen Hingabe an das, was ist, die eigene Schöpferkraft bewusst freisetzen zu dürfen. Sich des eigenen Wertes, der eigenen Macht, der bis dahin verborgenen Kreativität gegenüber zu öffnen.

Mit jeder Krankheit schreit die Seele nach Erlösung und dies gilt es zu erkennen.

Hingabe

Jedem Menschen in einer schwierigen, schmerzhaften bis unerträglichen Lage möchte ich ans Herz legen, Hingabe als erste Möglichkeit zumindest in Betracht zu ziehen. Das bedeutet nicht, aufzugeben. Ganz im Gegenteil, Sie erklären sich einverstanden und aus der neu gewonnenen, tiefen, inneren Stille heraus ist erst ein weiteres Handeln und neues Erleben möglich.

Als ich dachte, es nicht mehr aushalten und noch nicht einmal mehr weglaufen zu können, erschien es mir als einzige Option. Es geschah wie von selbst. Ich entschied es nicht, sondern es geschah in mir. Ich erfuhr es, an meinem Körper, Geist und meiner Seele gleichzeitig. Es entstand eine Weite, eine Öffnung des Raumes, die meiner Nahtoderfahrung sehr ähnlich kam.

Wir alle sind nicht unser Körper, wir dürfen uns durch ihn erfahren.

American FallsEs ist schwierig gewisse Erfahrungen mit Worten zu erfassen. Auf einer intellektuellen Ebene kann man vieles nicht begreifen.

Ich ließ alles los, ganz automatisch, denn was sollte ich noch festhalten? Nach meinem damaligen Verständnis, steckte ich in einer aussichtslosen Lage. Mein Widerstand gegen diese Krankheit und mein Schmerz lösten sich auf. Ich verstand, dass ich, oder das, was ICH BIN, unversehrt existierte und immer existieren würde! Ganz egal, wie sich mir die äußeren Umstände zeigten. Ich fühlte mich getragen und identifizierte mich fortan nicht mehr mit meiner Geschichte, meinem Leben, meinem Körper…. sondern mit dem, was ICH ganz tief in mir BIN.

Ich erkannte mich nach vielen Jahren oder Jahrzehnten der Suche endlich SELBST. Ich begegnete mir selbst in einer schonungslosen Nacktheit. Ein unbeschreibliches Gefühl von grenzenloser Liebe machte sich in mir und für mich breit und über mich hinaus ins grenzenlose Sein. Eine Liebe, die mir augenblicklich und seither jederzeit zur Verfügung steht und ich endlich verstehe und fühlen durfte, dass diese (Selbst-)LIEBE tief in uns entspringt und nicht von außen erfüllt werden kann. Diese bedingungslose Liebe in jedem Herzen wohnt und nur darauf wartet, sich zeigen zu dürfen und entdeckt zu werden.

Es ist mir ein großes Anliegen, dass jeder von der Existenz dessen weiß, was geschehen kann, wenn man aufhört, alles unter Kontrolle haben zu wollen. Das etwas derart Großartiges hinter dem Sichtbaren existiert, was wir für die Realität halten.

Heute, drei Jahre später kann ich wieder gehen und bin glücklich über diese tiefgreifende Erfahrung, die mich hat wachsen lassen, wie es mir wohl nur auf diese Art ermöglicht werden konnte. Ich fühle tiefe Dankbarkeit, dass ich den Zugang zu der Weisheit meines Herzens und der bedingungslosen Liebe und Selbstliebe finden durfte.

Alle daraus resultierenden Veränderungen gleichen einer Neugeburt.

Es wäre wunderbar, wenn immer mehr Menschen eine eventuell aufgetretene Krankheit ganzheitlich betrachten, um sich selbst die reelle Chance zu geben, wirklich gesund werden zu können.

In meinem Buch „Alles auf Null und noch einmal von Vorne“ können Sie mehr erfahren….

Von Herzen

Stefanie Will

 

Copyright © Text 2014, 2016 stefanie will

Bildnachweise:

oben: CBS, „Green Door“,

mittig 1:Ichtus, „Blitz und Donner“,

mittig 2: Jared Tarbell, „“,

unten:Diego Torres Silvestre, „American Falls“,

CC-Lizenz (BY 2.0), http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/de/deed.de,

Bilddatenbank www.piqs.de

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Leseprobe -4-

„Die Tatsache, sich plötzlich und schlagartig nur halb wahrnehmen und spüren zu können, gleichzeitig mit den Augen aber einen gesamten Körper zu sehen, der dann aber nur halbseitig funktioniert, war in diesem Zustand sehr verwirrend für mich und ist es manchmal auch heute noch.

Denn meine beiden Körperhälften signalisieren mir komplett unterschiedliche Empfindungen. Mittlerweile betrachte ich allerdings diese Andersartigkeit im Fühlen und Spüren als eine großartige Bereicherung meiner Empfindungsfähigkeit. Ich empfinde es als absolut positiv, etwas Neues bei meiner Körperwahrnehmung erfahren zu dürfen.

Die Unterschiedlichkeit meiner Wahrnehmung bezogen auf meine zwei Körperhälften, die beide etwas anderes an Empfindungen signalisieren, stehen für mich symbolhaft für das von mir Erlebte in der „anderen Welt“ und mein Dasein auf unserer wunderschönen Erde.

Mir wurde vermittelt, dass ein beständiges Üben unerlässlich sei und die häufigen und mehrfachen Wiederholungen am Tag entscheidend für meinen Behandlungserfolg wären. Jede Bewegung musste ich komplett neu lernen. Wenn die Ergotherapeutin mir sagte, ich solle versuchen, den Arm ein wenig vom Bett anzuheben, so verstand ich sie verbal. Aber erneut hatten wir den Umstand, dass ich nicht wusste, wie das gehen sollte. Immer wieder tat ich mit dem rechten Arm das, was sie von mir erwartete, um ein Gefühl dafür zu entwickeln, wie ich es auf der linken Seite bewerkstelligen sollte.

Es dauerte lange und war ein mühsames Erarbeiten kleinster, kaum sichtbarer Fortschritte. Es gelang mir irgendwann, nach einigen Tagen der beharrlichen Probe, den Arm wenige Zentimeter über meiner Bettdecke zu halten. Es waren nur Sekunden und dann fiel er wieder hinunter und ich war nach mehreren Versuchen sichtlich erschöpft.

Eine Erfahrung, die ich mir in der Theorie, wenn mir jemand davon berichtet hätte, niemals in dieser Schwierigkeit und Gesamtanstrengung, sowohl physisch als auch psychisch hätte vorstellen können.

Mir wurde immer mehr bewusst, wie perfekt unser Körper, oftmals im normalen Leben auch unter schwierigsten Bedingungen vollkommen zuverlässig funktionierte. Welches Wunderwerk er war und ich entwickelte mit jedem Tag mehr, eine tiefgehende Einheit zwischen meinem Körper und meinem Geist.

Ich empfand unbändige Liebe und Mitgefühl für mich und meinen Körper. Eine unglaubliche Geduld und Hingabe im Üben der Wiederherstellung meiner Bewegungsfähigkeit wurde mir mit jedem folgenden Tag mehr zuteil. Ich war nie sehr geduldig vor meinem Schlaganfall, nichts konnte mir schnell genug gehen und wenn ich mir etwas in den Kopf gesetzt hatte, machte ich mich sogleich daran, dies zu verwirklichen.

Nun wurden die winzig kleinen Fortschritte, wofür ich Tage brauchte, zu einem wunderbar erfüllenden und von Freude durchdrungenem Ereignis für mich.

Ich hatte die beständige Aufgabe, mich auf mich und meine Möglichkeiten einzulassen, sie zu fördern und zu verbessern. Es lag nur an mir, wie ich damit umging, welchen Ehrgeiz ich bei meinen täglichen Übungen an den Tag legte und wie ruhig und demütig ich mit meinem Zustand umging.

Dieses Zusammenspiel ergab die kleinen Erfolge, die für mich aber ALLES bedeuteten. Wie unglaublich ich mich über jede kleinste Verbesserung freute, wie glücklich ich war, als ich meinen Arm das erste Mal leicht bewegen konnte. Auch wenn ich ihn nicht in Bewegungsabläufe mit einbeziehen konnte, so spürte ich, dass mir alles möglich war, wenn ich nur kontinuierlich daran arbeitete.

Große Hoffnung breitete sich in mir aus.

(c) Copyright Textauszug Buch „Alles auf Null und noch einmal von Vorne“, Stefanie Will

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Leseprobe -3-

„Zu diesen vielfältigen Empfindungen und Emotionen gab es dann „erschwerend“ noch meine Nahtoderfahrung, die ich erleben durfte. Zu dieser Zeit empfand ich es als „erschwerend“, da diese Reise mich komplett aus meiner bis dahin akzeptierten und für wahr erachteten Realität heraus katapultiert hat.

Nun wusste ich von der Existenz dessen, dass es noch etwas ganz anderes, Allumfassendes gibt, was für unsere Augen nicht sichtbar ist. Dieser Blick, den ich, wie viele andere mit mir, die ebenso eine Nahtoderfahrung erlebt haben, machen durfte, veränderte in meiner Sichtweise über das Leben einfach alles. Das Wissen darüber, dass es etwas Wundervolles und Höheres auf einer nicht vorstellbaren Weise und auch nicht mit Worten zu erfassenden Intensität gibt, ließ für mich jede Begegnung, jeden anderen Menschen, alles was überhaupt existierte, in einem ganz anderen Licht erscheinen.

Ich war zunächst verwundert über meine neu ausgerichteten Empfindungen, die Intensität meiner Wahrnehmung und die bedingungslose Liebe, welche sich in mir ausbreitend, auf alles um mich herum bezog und kontinuierlich ausweitete. Ich begann nur sehr, sehr langsam zu verstehen, was mit mir geschehen war. Nur sehr bruchstückhaft und dosiert begann sich mein Geist zu erinnern und befähigte mich, auf einer anderen Ebene die großen Zusammenhänge unseres Daseins zu erfassen.

Meine Erinnerung an eine unglaubliche Stille, an ein unfassbares Gefühl von tiefstem Frieden und unermesslichem Glück, lässt mich auch heute Probleme und Sorgen mit einer für mich überraschenden Gelassenheit hinnehmen. Seither trägt mich die Gewissheit, dass alles in vollkommener Ordnung ist, so wie es ist. Es gibt mir die Kraft, meinen Schlaganfall und die damit verbundenen körperlichen Beeinträchtigungen zu akzeptieren und anzunehmen.

Ich konnte mich plötzlich nicht mehr darüber beklagen oder glauben, das Schicksal hätte es nicht gut mit mir gemeint.

Das Gegenteil war der Fall!

Ich konnte mit der Zeit erkennen oder vielmehr fühlen, dass alles einer höheren Ordnung diente.
Es war etwas, was Gegensätze aufzuheben schien. Denn die Begrenztheit unserer Sichtweise und unsere Vorstellung von Trennung ist eine große Illusion. Es gibt viel mehr, als das, was wir unsere Realität nennen.

Das Komische oder eigentlich Logische an dieser Angelegenheit war, dass ich trotz meiner Erlebnisse und meinem Blick in diesen grenzenlosen Raum und das gefühlte Wissen über die Unendlichkeit, trotzdem hier mein Leben führen musste oder besser gesagt, weiterhin freudig leben darf und es somit auch wieder in die Reihe bringen und gesund werden wollte.

Mit allen Möglichkeiten, die mir zur Verfügung standen. Mit all meiner körperlichen Kraft, die zu diesem Zeitpunkt jedoch komplett gewichen zu sein schien. Allerdings glaubte ich fest daran, sie irgendwann zu einem späteren Zeitpunkt wieder vollständig aktivieren zu können, da mein geistiges Potenzial mit jedem Tag wuchs.“

 

(c) Copyright Textauszug Buch „Alles auf Null und noch einmal von Vorne“, Stefanie Will

 

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Leseprobe -2-…

An meinem Fenster hörte und sah ich häufig Menschen vorbei laufen und ich fragte mich, wohin sie gingen, was sie aus diesem kostbaren und einzigartigen Tag machen würden?

Wie viele wundervolle Tage hatte ich in meinem bisherigen Leben unachtsam vorüberziehen lassen. Hatte ich meinem Körper je gedankt, für seine mir stets verfügbaren Fähigkeiten und Leistungen? Nein, hatte ich nicht!

Nun erst, wo ich eine funktionierende Körperhälfte und eine nicht funktionierende Hälfte hatte, konnte ich zum ersten Mal richtiges Mitgefühl für meinen Körper empfinden. Es tat mir unbeschreiblich leid, wie häufig ich ihn einfach übersehen und übergangen hatte. Es tat weh, sehr weh sogar! Ich schaute auf meinen Körper, der mir seit Jahrzehnten treu zur Seite stand und ich nahm ihn zum allerersten Mal Zentimeter für Zentimeter vollständig und völlig bewusst wahr.

Alles hatte ich in einer absoluten Selbstverständlichkeit angenommen, was er mir beständig und zuverlässig bis zu meinem Schlaganfall zur Verfügung gestellt hatte. In mir entstand daraus resultierend ein dermaßen liebevolles Gefühl für mich selbst, meinen Körper, meinen Geist und meine Seele, was sich mit den Wochen und Monaten noch zunehmend steigerte. Es war das Gefühl, was ich bisher immer dachte, nur von jemand anderem, einer anderen Person bekommen zu können.

Es war Liebe, tiefe und bedingungslose Liebe! Selbstliebe!

Ich war plötzlich fähig, ganz viel Verständnis, Liebe, Ruhe und Geduld für mich aufzubringen. Mir wurde klar, dass ich nur über diese Form der Selbstfürsorge und Selbstannahme, vollkommene Heilung erlangen konnte. Mir liefen die Tränen übers Gesicht und es wollte gar nicht mehr aufhören. Welche überwältigende Liebe ich unerwartet für mich und meinen Körper empfand!

Wünsche Euch und Ihnen eine wunderbare Woche

Stefanie Will

(c) Copyright Textauszug Buch „Alles auf Null und noch einmal von Vorne„, Stefanie Will 2016

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Leseprobe…

„Der Schlaganfall liegt nun drei Jahre zurück und es waren die lehrreichsten, härtesten und schmerzlichsten Jahre in meinem bisherigen Leben. Einen Monat bevor es mich „traf“ war ich 48 Jahre alt geworden. Ich war halbseitig gelähmt, wusste nicht, inwieweit ich mich wieder körperlich und seelisch erholen würde, hatte meine Arbeit verloren, wurde von meinem Partner am Tag nach meinem Schlaganfall, als ich mich noch auf der Intensivstation befand, verlassen, stand mit meiner Tochter vollkommen alleine da und hatte überhaupt keine Ahnung, wie ich uns in einer derart problematischen und zunächst perspektivlosen Situation, ohne jeglichen persönlichen Beistand, weiter durchs Leben bringen sollte. Dies aus unterschiedlichen Gründen, denn gravierende und berechtigte Existenzängste kamen erschwerend hinzu und stellen mich auch heute noch zeitweise vor eine große Herausforderung. Eltern meinerseits, die uns unterstützen könnten, gibt es leider nicht und somit wusste ich schon damals, dass alles ganz alleine von mir, meiner Genesung und meiner Einstellung zur aktuellen Lage und zum Leben allgemein, abhängen würde.

Auch wenn dies ein unaussprechlich großes „Paket“ darstellte, welches mir zeitgleich präsentiert wurde, habe ich es geschafft, daraus gestärkt und gesund hervor zu gehen!

Ich kann nur immer wieder betonen, dass ich die durchlebte Zeit nicht ungeschehen machen möchte. Nichts ist mehr wie es einmal war, ganz egal woran ich denke und welche Bereiche ich mir anschaue.

Es kommt einem zweiten Leben gleich. Einer großen Chance!

Daher mein Titel: Alles auf NULL und noch einmal von VORNE.

Alles durfte noch einmal von vorne beginnen, mit einer komplett umgewandelten Sicht für die Geschehnisse und Erfahrungen, die ich bis dahin gemacht hatte. Ich durfte mich selbst aus einer vollkommen anderen und für mich neuen Blickrichtung kennenlernen, die mich zur vollständigen Selbstannahme und Selbstliebe geführt hat.“

Wünsche Euch und Ihnen einen schönen Sonntag und alles Liebe

Stefanie Will

© Copyright 2016 Stefanie Will,  Auszug Text Buch „Alles auf Null und noch einmal von Vorne